Akne inversa: Eine Erkrankung, die Sichtbarkeit verdient. Akne inversa, international bevorzugt Hidradenitis suppurativa, kurz HS, genannt – ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die weit mehr belastet als die Haut. Sie betrifft Körperstellen, über die kaum jemand offen spricht. Und sie bleibt oft jahrelang unerkannt: Im Schnitt vergehen fast zehn Jahre bis zur richtigen Diagnose. Akne inversa Akne inversa, international bekannt als Hidradenitis suppurativa (HS), ist eine Erkrankung mit wiederkehrenden Entzündungen, Abszessen und Schmerzen – meist an Stellen, die niemand sieht: Achseln, Leisten, Intimbereich. Viele Betroffene ziehen… Jetzt anschauen Was ist Akne inversa? Akne inversa bzw. Hidradenitis suppurativa ist eine Erkrankung der Haarfollikel. An bestimmten Körperstellen – vor allem dort, wo Haut auf Haut trifft – entzünden sich die Haarwurzeln immer wieder: Es bilden sich schmerzhafte Knoten, Abszesse und im weiteren Verlauf Fistelgänge sowie Narben. Die Erkrankung verläuft in Schüben und ist nicht heilbar – aber behandelbar. Typisch betroffene Körperstellen: Achselhöhlen Leisten und Genitalbereich Bereich unter der Brust – bei Frauen Gesäß und Analbereich Wer ist betroffen? Akne inversa beginnt meist nach der Pubertät, häufig zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Frauen erkranken häufiger als Männer. In Deutschland liegt die Prävalenz bei etwa 0,3 Prozent der Bevölkerung – wobei Experten von einer hohen Dunkelziffer ausgehen. Was löst Schübe aus? Die genaue Ursache der Erkrankung ist noch nicht vollständig geklärt. Bekannt ist: Bestimmte Faktoren können Schübe begünstigen oder verstärken. Reibung durch enge Kleidung Stress und psychische Belastung Rauchen Übergewicht Hormonelle Schwankungen Genetische Veranlagung – HS tritt gehäuft in Familien auf Mehr als körperliche Schmerzen Akne inversa belastet nicht nur den Körper. Viele Betroffene ziehen sich aus sozialen Situationen zurück: aus Scham, aus Angst vor Blicken, aus Erschöpfung. Studien zeigen, dass Depressionen und Angststörungen bei Menschen mit Akne inversa deutlich häufiger auftreten als in der Allgemeinbevölkerung. Dabei ist die Erkrankung keine Folge mangelnder Hygiene: ein weit verbreitetes Vorurteil, das zusätzlich belastet. Wie wird Akne inversa behandelt? Die Behandlung richtet sich nach Schweregrad und Verlauf – und ist heute deutlich vielfältiger als noch vor einigen Jahren. Sie umfasst: Lokale Therapie: antibiotische Cremes bei leichten Verläufen Systemische Therapie: Antibiotika, Hormonpräparate oder Immunmodulatoren Biologika: moderne Wirkstoffe, die gezielt in das Entzündungsgeschehen eingreifen – inzwischen für mittelschwere bis schwere Verläufe zugelassen und empfohlen Chirurgie: Bei fortgeschrittenen Stadien kann betroffenes Gewebe operativ entfernt werden Laserbehandlung: als ergänzende Option Eine frühzeitige Diagnose und eine auf den individuellen Verlauf abgestimmte Therapie sind entscheidend. Das könnte Sie auch interessieren: Chronisches Handekzem: Wenn die Hände keine Pause kennen. Die häufigste berufsbedingte Hauterkrankung Deutschlands – und eine, die selbst alltäglichste Handgriffe zur Herausforderung macht. Das chronische Handekzem im Überblick. Jetzt anschauen Schuppenflechte: Wenn die Entzündung den ganzen Körper betrifft. Weit mehr als Hautschuppen: Die Schuppenflechte betrifft in Deutschland bis zu 3 Millionen Menschen. Alles über Psoriasis. Jetzt anschauen Expert:innen Prof. Dr. med. Falk Bechara Experte für Hidradenitis suppurativa und Leiter des Acne inversa-Centrums im St. Josef-Hospital, Bochum // Was ihn täglich antreibt: die Freude seiner Patient:innen, wenn er helfen konnte. Experten kennenlernen Dr. med. Sylke Schneider-Burrus Expertin für Akne inversa / Hidradenitis suppurativa und Chefärztin im Zentrum für Dermatochirurgie der Havelklinik Berlin // Ihr Antrieb: Lebensläufe verändern – mal durch große Heilerfolge, mal durch kleine Alltagserleichterungen. Expertin kennenlernen
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