Schuppenflechte: Wenn die Entzündung den ganzen Körper betrifft. Psoriasis – auch Schuppenflechte genannt – ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, von der in Deutschland schätzungsweise zwei bis drei Millionen Menschen betroffen sind. Sie ist sichtbar, sie ist dauerhaft, und sie belastet weit mehr als die Haut: Studien zeigen, dass die Einschränkungen der Lebensqualität mit denen von Diabetes oder Herzerkrankungen vergleichbar sind. Die Reihe zur Schuppenflechte erscheint im November 2026. Was ist die Schuppenflechte? Die Schuppenflechte bzw. Psoriasis ist eine Autoimmunerkrankung: Das Immunsystem greift fälschlicherweise körpereigenes Gewebe an und lässt Hautzellen sich viel zu schnell erneuern – etwa alle drei bis vier Tage statt alle vier Wochen. Die Folge: rötliche, schuppende, oft juckende Hautveränderungen, sogenannte Plaques. Die Erkrankung verläuft in Schüben und ist nicht heilbar – aber heute gut behandelbar. Typisch betroffene Körperstellen: Ellbogen und Knie Kopfhaut und hinter den Ohren Gesäß und Rücken Nägel und Genitalbereich Wer ist von der Schuppenflechte betroffen? Die Schuppenflechte betrifft Männer und Frauen gleichermaßen. Sie kann in jedem Alter auftreten, beginnt aber häufig in der zweiten oder dritten Lebensdekade. Es gibt eine klare genetische Veranlagung: Wer Angehörige mit Psoriasis hat, trägt ein erhöhtes Risiko. Dennoch erkrankt nicht jeder, der die Veranlagung trägt – äußere Faktoren spielen eine entscheidende Rolle. Was löst Schübe aus? Die Schuppenflechte entsteht durch eine Fehlfunktion des Immunsystems: Es greift körpereigene Hautzellen an und beschleunigt deren Erneuerung massiv. Was dabei einen Schub auslöst oder verstärkt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Bekannte Faktoren sind: Stress – einer der häufigsten Auslöser Infektionen, besonders der Atemwege Hautverletzungen, Sonnenbrand, Kratzen Alkohol und Nikotin Bestimmte Medikamente, z. B. einige Blutdruckmittel oder Psychopharmaka Hormonelle Veränderungen Psoriasis ist mehr als Haut – die Begleiterkrankungen Die Schuppenflechte ist eine systemische Entzündungserkrankung. Das bedeutet: Die Entzündung betrifft nicht nur die Haut. Psoriasis-Arthritis: Bei bis zu 30 Prozent der Betroffenen greift die Entzündung auf die Gelenke über – mit Schmerzen, Steifheit und eingeschränkter Beweglichkeit. Herz, Stoffwechsel, Gewicht: Menschen mit Psoriasis haben ein statistisch erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und Übergewicht – unabhängig vom Schweregrad der Hauterkrankung. Psychische Belastung: Bis zu 30 Prozent der Betroffenen entwickeln depressive Symptome – dreimal mehr als im Bevölkerungsdurchschnitt. Stigmatisierung und sozialer Rückzug spielen dabei eine wesentliche Rolle. Wie wird die Schuppenflechte behandelt? Die Behandlung der Schuppenflechte richtet sich nach Schweregrad, betroffenen Körperstellen und individuellen Bedürfnissen. Sie umfasst entsprechend der aktuellen medizinischen Leitlinie: Cremes und Salben mit Kortison, Wirkstoffen auf Vitamin-D-Basis oder schuppenlösenden Wirkstoffen – bei leichten Verläufen, häufig dauerhaft notwendig Lichttherapie mit gezielt dosierter UV-Strahlung – zeitlich begrenzte Therapieform für die leichte bis mittelschwere Psoriasis Tabletten oder Spritzen, die das Immunsystem von innen heraus beeinflussen – wenn Cremes und Salben allein nicht mehr ausreichen Biologika, d.h. moderne Wirkstoffe, die spezifisch in das Entzündungsgeschehen eingreifen – für mittelschwere bis schwere Verläufe zugelassen und empfohlen Ergänzende Maßnahmen wie Stressreduktion, Gewichtsmanagement, Rauchverzicht und Alkoholreduktion Eine gute Therapie berücksichtigt den ganzen Menschen – nicht nur die Haut. Das könnte Sie auch interessieren: Chronisches Handekzem: Wenn die Hände keine Pause kennen. Die häufigste berufsbedingte Hauterkrankung Deutschlands – und eine, die selbst alltäglichste Handgriffe zur Herausforderung macht. Das chronische Handekzem im Überblick. Jetzt anschauen Akne inversa: Eine Erkrankung, die Sichtbarkeit verdient. Chronisch-entzündlich, oft jahrelang unerkannt – und an Körperstellen, über die kaum jemand spricht. Akne inversa im Überblick. Jetzt anschauen Expert:innen Prof. Dr. med. Andreas Körber Niedergelassener Dermatologe und Experte für die Schuppenflechte (Psoriasis), Essen // Seine Motivation: Menschen ihre Unbeschwertheit zurückzugeben. Experten kennenlernen Dr. med. Daniela Neumayer Leiterin der Psoriasis-Ambulanz an der Uniklinik Köln // Was man nicht sieht, liegt ihr besonders am Herzen: Sie hilft dort, wo die Haut nur der Anfang ist. Expertin kennenlernen
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